Wofür ich stehe
Mir war es in den letzten Jahren wichtig viel im Gespräch und Austausch mit meinen Mitbürgern zu sein. Ich glaube, Politiker und Parteien drehen sich zu viel um sich selbst. Oder um die Anliegen der Reichen.
Aber ich finde, wir müssen Politik für die ganz gewöhnlichen Menschen machen. Für die, die unser Land durch ihre Arbeit z.B. im Krankenhaus, im Supermarkt oder in der Fabrik am Laufen halten - oder die es durch ihr Engagement, z.B. bei der freiwilligen Feuerwehr, als Jugendtrainerin, als Betriebsrätin oder in der Klimainitiative, besser machen. Für alle, die sich für sich und ihre Liebsten ein gutes Leben wünschen, aber sich von Parteien und Berufspolitikern politisch vergessen und verlassen fühlen.
Ich habe deshalb z.B. viele Haustürgespräche geführt, habe Initiativen und soziale Einrichtungen besucht, viele Infostände gemacht, biete eine Infoststunde zu Nebenkostenabrechungen an, habe Unterschriften für Beschäftigte gesammelt, die in Tarifverhandlungen waren und Unterstützung verdient hatten. Dabei habe ich viele Geschichten gehört, über Hoffnungen und Träume, aber auch über manche bittere Enttäuschung. Neulich erst begann ein Haustürgespräch mit Ängsten vor der Absenkung der Renten. Die Frau, die mir das erzählt hat, hatte drei Kinder groß gemacht. Ihre Rente reicht heute schon nicht. Oder vor zwei Wochen öffnete eine Mutter die Haustür mit ihrem Baby auf dem Arm, das aufgeregt schrie, sagte freundlich, sie habe keine Zeit, guckte auf das Flugblatt zu unserer Mietensprechstunde und meinte nur, das sei super, es sei verrückt, sie müssten absolut zu viel zahlen. Oder ich denke an den Busfahrer von den Göttinger Verkehrsbetrieben, der mir von den engen Fahrtzeiten erzählte, die ihm kaum Zeit lassen, um in Ruhe auf die Toilette zu gehen. Was ich dabei oft mitbekomme, ist ein Unbehagen an Politikern und Parteien. Und manchmal werde ich dann gefragt, warum ich mich überhaupt politisch engagiere.
Ich mache Politik, weil ich mich oft aufrege. Zum Beispiel wenn ich lese, dass der VW-Konzern Milliarden an Gewinnen an Aktionäre ausschüttet, um kurz danach dieselbe Summe bei der Belegschaft wieder einsparen zu wollen - bei den Leuten, die die Gewinne überhaupt erst erarbeitet haben. Oder wenn ich mitbekomme, dass die Ampelregierung nicht genug Geld für eine Kindergrundsicherung ausgeben wollte, um Kinder aus Armut zu holen, aber Milliarden in die Rüstung investiert wird. Ich finde: So kann es nicht weitergehen.
Das denke ich auch oft, weil ich drei Kinder habe. Ich sorge mich darum, wie es ihnen mal gehen wird. Als ich klein war, hieß es, wenn ich einen Realschulabschluss mache und eine gute Ausbildung, dann werde ich eine gute Arbeit finden und alles wird gut. Heute sieht das anders aus.
Was mich noch mehr sorgt: Wenn die Erderhitzung so weiter geht, wenn es mit der Klimaveränderung genau so weiterläuft wie jetzt, dann werden meine Kinder unter großer Unsicherheit leben. Das will ich nicht. Und da rege ich mich dann wieder auf: Weil das eben nicht so sein müsste. Weil wir das alles, was schief läuft bei uns, völlig anders machen könnten. Die Alternativen sind ja da. Man muss sie nur machen wollen.
Ich engagiere mich für eine Gesellschaft, in der wir uns gegenseitig helfen. Für ein Land, in dem sich alle frei entfalten können, weil es die Löhne, die Schulen und ein guter Sozialstaat möglich machen. In dem wir in Einklang mit der Natur leben, anstatt unsere natürlichen Überlebensgrundlagen zu zerstören.
Ich setze mich für einen bundeweiten Mietendeckel und für ein Programm für gemeinnützigen Wohnungsbau ein - weil alle Menschen gut und günstig wohnen sollten.
Ich setze mich für eine Wirtschaftspolitik ein, die allen nützt, nicht nur einigen wenigen an der Spitze. Dafür brauchen wir einen Mindestlohn von 15 Euro, wir brauchen aber auch Investitionen für nachhaltige Jobs. Darum muss auch schluss sein mit der Investitionsbremse, die sie "Schuldenbremse" nennen. In anderen Ländern geben Regierungen viel Geld dafür aus, die Wirtschaft anzukurbeln.
Ich setze mich für eine gute Kindergrundsicherung und eine angemessene Mindestrente ein. Wir müssen Armut bekämpfen, nicht die Menschen, die von ihr betroffen sind.
Ich setze mich für eine engagierte Politik gegen die Erderhitzung ein, damit wir uns wirklich gegen die bedrohlichen Folgen der Klimakrise schützen. Dabei ist mir ein sozialer Schutzschirm wichtig, damit Beschäfigte und Erwerbslose nicht auf der Strecke bleiben. In den Branchen, in denen Menschen ihre Jobs aufgrund des nötigen Klima-Umbaus verlieren, brauchen wir Jobgarantien, staatlich garantierte und sozial absichernde Weiterbildungsangebote.
Ich setze mich für ein Land ein, in dem wir uns gegenseitig vor Hass und Hetze schützen. Egal wo unsere Großeltern oder Eltern geboren worden sind - wir halten zusammen. Deshalb bin ich Antifaschist.
Natürlich werbe ich dafür bei der Bundestagswahl Die Linke zu wählen. Das ist wichtig. Egal ob Scholz, Habeck oder Merz - besser wird es im Land nur, wenn wir Druck machen. Es braucht eine unbequeme und selbstbewusste linke Opposition. Aber natürlich können wir nicht alleine all das umsetzen, was sich so viele wünschen. Dafür müssen Sie sich einmischen, selbst aktiv werden. Dafür müssen wir eine breite Bewegung aufbauen - eine Bewegung, die sich mit den Millionären und Milliardären anlegt, um für alle eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

